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FRAUEN FÜR GANZ OBEN

FRAUEN FÜR GANZ OBEN

Herr Bludau, welche Eigenschaften machen Ihre Kollegin Claudia Whitcher zu einer guten Personalberaterin?


  
Kaan Bludau: Im Auftrag unserer Kunden suchen wir die passenden Personen für bestimmte Positionen, vor allem Führungspositionen. Dabei kann man nur erfolgreich sein, wenn man die Anforderungen des Kunden genau verstanden hat und die Kandidaten und das Unternehmen davon überzeugt, dass sie hundertprozentig zueinander passen. Ein guter Headhunter ist also genau genommen von Herzen aus ein exzellenter Verkäufer. Und das ist meine Kollegin Claudia Whitcher mindestens so gut wie ich.
  
  

Frau Whitcher, Sie vermitteln häufig weibliche Führungskräfte und setzen sich bewusst für deren Gleichstellung ein. Ist es für Sie kritisch, überzeugend zu sein, da Sie mit Kaan Bludau einen männlichen Vorgesetzten haben?

  
Claudia Whitcher: Nein, das sehe ich gar nicht so. Kaan Bludau liegt vor allem die Mitarbeiterförderung und das Coaching sehr am Herzen. Er bietet jedem Mitarbeiter große Fortbildungsmöglichkeiten und ihm liegt viel daran, dass wir uns alle zu erfolgreichen Personalberatern entwickeln — er bietet viel Spielraum nach oben. Man kann sagen, dass Mitarbeiterinnen bei BludauPartners ebenso wie die Mitarbeiter gefördert werden und sich somit zur Führungskraft entwickeln können.
  
Kaan Bludau: Zwischen uns gibt es höchstens eine Erfahrungshierarchie, da ich seit nunmehr fast 20 Jahren in diesem Geschäft bin. Wir profitieren beide von der Zusammenarbeit.

“Herr Bludau bietet Spielraum nach oben.”

2016 trat das Gesetz für „gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen“ in Kraft. Es verpflichtet 106 börsennotierte Firmen, bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat sicherzustellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden.
27 Prozent beträgt der Frauenanteil in den Chefetagen deutscher Unternehmen. Damit erreicht Deutschland den 10. Platz (von 34) im europäischen Vergleich. An der Spitze liegt Island mit 44 Prozent.

Worin besteht für Sie der eigentliche Unterschied, wenn Sie eine Frau oder einen Mann interviewen? 

  
Claudia Whitcher: Häufig dauert das Erstgespräch mit einer Frau länger als das mit einem Mann. Die meisten Männer wissen schnell, was sie wollen und zweifeln nicht an ihren Fähigkeiten. Sie kommen schneller zur Sache. Frauen geraten häufiger ins Schwanken und bezweifeln ihr Können oder setzen sich mit weiteren emotionalen Faktoren auseinander. 
  
  

Was denken Sie, woran das liegen könnte?

  
Claudia Whitcher: Frauen nehmen häufiger Rücksicht: Sie berücksichtigen familiäre Bedenken. Wenn ich zum Beispiel einer Kandidatin eine Führungsposition außerhalb ihres Wohnortes anbiete, möchte sie sich zuerst darüber Gedanken machen, ob ein Umzug auch für ihren Mann oder gegebenenfalls ihre Kinder einen guten Schritt darstellt. Somit sind Frauen schneller aus dem Rennen. Die meisten Männer gehen automatisch davon aus, dass ihre Frau und die Kinder mitkommen würden. 
  
  

Minimiert sich diese bedingungslose Unterstützung der Frau für ihren Mann heutzutage nicht eher?

  
Claudia Whitcher: Ja, das stimmt. Allerdings ist es immer noch sehr selten, dass beide Partner eine große Karriere durchleben. Es gibt auch den umgedrehten Fall, dass der Mann zu Hause bleibt und die Frau Karriere macht.

  

Claudia Whitcher ist Managerin bei BludauPartners. Sie betreut Großunternehmen, den international agierenden Mittelstand, als auch Venture-Capital-finanzierte Technologie-Startups bei der Besetzung und Bewertung von Führungspositionen.

Gehen Männer und Frauen bei Gehaltsverhandlungen unterschiedlich vor?


  
Claudia Whitcher: Frauen haben meistens nicht derart genaue Vorstellung im Kopf, wie Männer sie haben. Ihnen ist dabei eigentlich nur wichtig, dass sie gehaltlich über ihrem aktuellen Einkommen liegen. Männer argumentieren häufiger mit dem gesamten Mehrwert, den sie dem Unternehmen in Zukunft bringen und richten danach ihre Gehaltsvorstellung. 
  
  

Herr Bludau, finden Sie, Frauen müssen fordernder auftreten?

  
Kaan Bludau: Es kommt drauf an. Wenn explizit Frauen für eine Führungsposition gesucht werden, kann es nach hinten losgehen, wenn eine Frau typisch männliche Verhaltensweisen aufzeigt. Männer reagieren darauf meist negativ.
  
  

Was schlagen Sie dann vor, wie sich Frauen verhalten sollten. Oder können sie es nur falsch machen?

  
Claudia Whitcher: Das ist leider immer noch eine Frage der Erziehung und der Kultur. Junge Frauen müssen lernen, dass es selbstverständlich ist, als Frau einer Führungsrolle nachzugehen. Viele Frauen empfinden dieses Bild als unweiblich. So dürfen Spitzenmanagerinnen in der Führungsetage aber nicht denken.

Unterstützen sich Frauen gegenseitig?

  
Claudia Whitcher: Die meisten Frauen in einer Führungsposition haben es bisher eher durch die männliche Förderung geschafft. Gegenseitig unterstützen sich Frauen in dieser Hinsicht eher begrenzt.
  
  

Wie kann sich das Arbeitsklima für Frauen ändern?

  
Kaan Bludau: Leider müssen sich Frauen — auch heutzutage noch — sehr beweisen. Im Management gibt es viel versteckte Demütigung gegen Frauen. Da müssen die Chefs sich erstmal an die eigene Nase greifen und handeln. Sie dürfen dabei nicht blind zu schauen.
  
  

Gibt es in der Führungsspitze immer noch so viele Machos?

  
Claudia Whitcher: Dieser Chauvinismus entsteht vor allem aus Ängsten. Eine Frau im Vorstand wird ebenso als Rivalin angesehen, wie ein Mann.
  
Kaan Bludau: Man kann letztendlich sagen, dass Frauen und Männer unterschiedlichen Führungsstilen nachgehen, aber weder der eine, noch der andere Stil ist „der einzig Beste“. Am besten wäre eine ausgewogene Mischung von Männern und Frauen auf Managementebene. 

Kaan Bludau und Claudia Whitcher vermitteln Frauen in Führungspositionen europaweit.



IM INTERVIEW:

Claudia Whitcher

Managerin bei BludauPartners

UND

Kaan Bludau

Geschäftsführer von BludauPartners

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